THW Kiel - Ein würdiger Rahmen für einen Abschied - Handball - Handball-M EHF-Cup - Artikel - Handballwoche
 

Ein würdiger Rahmen für einen Abschied

Der THW Kiel hat das Viertelfinale der Champions League erreicht. Am Sonntagabend besiegten die "Zebras" im Achtelfinal-Rückspiel den FC Kopenhagen in eigener Halle mit 29:23 (13:12). Die Kieler hatten bereits das Hinspiel mit 33:31 gewonnen. Doch ein Spaziergang wurde diese Partie keineswegs.

Der FC, immerhin dänischer Meister 2008 und Pokalsieger 2010, absolvierte in Kiel das letzte Europapokal-Spiel seiner Geschichte. Ein trauriges Kapitel, aber immerhin ein würdiger Rahmen für einen Abschied. So wurden die drei Ex-Kieler in den Reihen der Dänen, Pelle Linders, Steinar Ege und Martin Boquist, von den THW-Fans mit einem herzlichen Applaus empfanden. Und es sollte ein Abschiedsspiel werden, das nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.

Die Halle - 10.000 Kieler, 50 Dänen - war zwar von Beginn fest in den Händen der Hausherren. Doch auf dem Spielfeld sah das Kräfteverhältnis lange anders aus. Eigentlich wollte THW-Trainer Alfred Gislason seinen Kreisläufer Marcus Ahlm schonen, der sich seit Tagen mit einer Verhärtung in der linken Wade plagt. Doch nach zehn Minuten schickte er seinen Kapitän auf die Platte. Wutentbrannt hatte Gislason zur Auszeit gebeten. Die Dänen führten 7:4, dem THW gelang nichts. Thierry Omeyer ohne Ballkontakt, die 6:0-Deckung brüchig und im Angriff große Ideenlosigkeit. Christian Zeitz durfte erneut im rechten Rückraum starten, sollte Kim Andersson doch wegen seiner Knieprobleme geschont werden. Doch wie beim Hinspiel gelang Zeitz wenig. Fünf Würfe, ein Treffer - an seiner mageren Bilanz im ersten Durchgang allein lag es aber nicht, dass die Gastgeber nicht in Schwung kamen. Erst eine Umstellung in der Deckung, der achtfache Torschütze Filip Jicha wechselte als Spitze in eine 5:1-Deckung, brachte die Wende. Zudem fand Omeyer nun ins Spiel, ließ nach dem 6:9 der selbstbewussten Dänen zehn Minuten lang keinen Treffer mehr zu. Doch die Kieler konnten im Angriff die Früchte zunächst nicht ernten, zumal Ahlm unter Schmerzen in der 28. Minute aufgeben musste.

Nach der Pause kam Andersson zwar zu einem Kurzeinsatz. Doch sein verletztes Knie war noch nicht bereit für Champions-League-Handball. Der THW agierte fortan mit drei Rechtshändern im Rückraum. Trotzdem - der THW gab das Spiel nun nicht mehr aus der Hand. Zehn Minuten konnten die Gäste noch mithalten, doch mit einer 18:16-Führung im Rücken drehten die Kieler richtig auf, zogen auf 23:16 (48.) davon. Die Entscheidung. Und nicht nur das: Der mühsame Sieg gegen die Dänen war auch ein Befreiungsschlag für Daniel Narcisse, der mit seinen sieben Toren großen Anteil daran hatte, dass die letzten 20 Minuten zu einem Schaulaufen gerieten.