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EHF-Cup

Eine Rekultivierung des TBV Lemgo

Mit 30:23 über CAI BM Aragon hat sich der TBV Lemgo einen soliden Vorsprung für das Viertelfinal-Rückspiel im EHF-Pokal am Ostersonntag in Saragossa erarbeitet. Doch eine Garantie fürs Weiterkommen sind die sieben Tore plus noch lange nicht.

"Wir hatten einen guten Start und ein gutes Ende", kommentierte Trainer Volker Mudrow das Ergebnis, ohne dabei zu vergessen, dass die Lipper nach einem 11:5-Vorsprung (20.) beim 18:18 (42.) zwischenzeitlich wieder auf Null gerutscht waren. In der Schlussviertelstunde erlebten die nur 2.712 Zuschauer in der Lipperlandhalle dann eine handballerische Rekultivierung des TBV Lemgo, bei dem Rolf Hermann (6) und Michael Kraus (7) verlässlichen Druck von den Halbpositionen aufbauten und Kreisläufer Sebastian Preiß eine bärenstarke Leistung mit acht Treffern bei neun Versuchen krönte. "Wir haben eine gute Basis geschaffen, doch wir wissen genau, was uns im Rückspiel erwartet", wollte sich Mudrow nicht dem Genuss des Augenblicks hingeben.

Schließlich haben die Spanier bereits im Achtelfinale gegen Trimo Trebnje eine Neun-Tore-Auswärtsniederlage noch gedreht. "Es gab Phasen, wo wir sehr gut waren", hat auch Aragons Trainer Mariano Ortega die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Die Anfangsphase zählte hierzu gewiss nicht. Der TBV begann mit traumwandlerischer Sicherheit und erlaubte sich bis zum 5:1 keinen einzigen Fehlschuss. Als Kehrmann und Bechtloff in der Folge insgesamt vier Gegenstöße ungenutzt ließen, bekam Aragon Aufwind. Angestachelt vom temperamentvollen Torwart Inaki Malumbres, der Kehrmann beim 14:10 gar auf Höhe der Mittellinie in die Parade fuhr, gelangen den Spaniern innerhalb von neun Minuten fünf Überzahltreffer, weshalb die Partie beim 16:16 (33.) wieder von vorn losging.


Lob für Martin Galia

Den erfolgreichen Reset hatte der TBV nun auch Martin Galia zu verdanken, der wie ein Irrwisch zwischen den Pfosten hechtete. Beim 21:19 kauerte der tschechische Nationalkeeper bei einem Siebenmeter von Antonio Carton wie ein Fußballtorwart auf der Linie und beförderte den Ball im Panthersprung ins Toraus. Zwölf Galia-Paraden nach der Pause reanimierten den TBV, weshalb Trainer Mudrow nicht unzufrieden war: "Nach dem Spielverlauf sind wir gut bedient mit dem Ergebnis. Doch genau diese Ausgangsposition hat Aragon schon einmal gelöst."