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Flensburger tun nicht mehr als unbedingt nötig

Nach dem 34:23-Erfolg über den französischen Club Istres HB im Hinspiel zehn Tage zuvor hat die SG Flensburg-Handewitt am Sonntag erwartungsgemäß den Einzug in das Viertelfinale des EHF-Pokals perfekt gemacht. In Südfrankreich bot der Handball-Bundesligist beim 31:31 (18:15) gegen den Außenseiter allerdings nur eine mäßige Leistung.

Die Runde der letzten Acht wird an den Wochenenden 27./28. März und 3./4. April gespielt. Neben Flensburg sind noch die spanischen Vertreter BM Aragon (Zaragoza) und Naturhouse La Rioja (Logrones), die Kadetten Schaffhausen (Schweiz), Dunkerque HB (Frankreich), Celje Lasko (Slowenien) sowie die Bundesligisten TBV Lemgo und Frisch Auf Göppingen dabei.

SG-Teammanager Ljubomir Vranjes möchte noch etwas internationales Flair genießen: "Ich würde mich über eine spanische Mannschaft freuen. Die Deutschen können dann ab dem Halbfinale kommen. Unser Ziel bleibt das Endspiel."

In der mit rund 800 Zuschauern nur zu einem Drittel gefüllten Halle Polyvalente in Istres blieb es eher ruhig, für Stimmung sorgte vor allem die Gruppe von 20 SG-Schlachtenbummlern, die die Reise in die Kleinstadt nahe Marseille angetreten hatten. Sie erlebten eine SG, die trotz des Verzichts auf Lars Christiansen sowie Torhüter Dan Beutler und trotz vieler Wechsel nie das Ziel Viertelfinale aus den Augen verlor. Die Flensburger kontrollierten das Spiel, ohne sich aber entscheidend abzusetzen. Dazu wäre sowohl im Angriff als auch in der Abwehr mehr Entschlossenheit nötig gewesen.

Trainer Per Carlén nutzte die Gelegenheit, Neuzugang Petar Djordjic Spielpraxis zu geben. Der 19-Jährige erzielte sein erstes Pflichtspieltor und zeigte einige gute Anspiele. "Es war sein erster richtiger Einsatz. Das war alles in allem okay", meinte Vranjes.

Nach einer lange ausgeglichenen ersten Hälfte lag die SG zur Pause mit drei Toren vorn. Diesen Vorsprung bauten die Gäste bis zum 30:24 aus, und damit schienen sie einem standesgemäßen Ergebnis entgegenzusteuern. Doch in den letzten zehn Minuten passte nichts mehr. Die Flensburger liefen nach Ballverlusten im Angriff nicht mehr zurück, die Franzosen kamen zu leichten Toren und beendeten so ihr EHF-Cup-Debüt mit einem kleinen Erfolgserlebnis. "Wir haben einfach aufgehört, Handball zu spielen. Das war nicht optimal, aber es zählt nur das Weiterkommen", sagte Vranjes. Auch aus diesem Spiel - sportlich ein Muster ohne großen Wert - sei etwas mitzunehmen, nämlich die Lehre, dass man auch gegen vermeintlich unterlegene Gegner bis zum Schluss konzentriert bleiben müsse. Dieses bescheinigte Vranjes nur Lasse Boesen: "Er hat mir sehr gut gefallen."