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Ilyes und Kubes rühren Beton an

Selbst nach dem Match benötigte der wie aufgedreht haltende Martin Galia noch einen Koffeinpush. Der Name des Espressoautomaten war dabei Programm: "Magnifico" stand auf der Maschine, was übertragen auf Galias Leistung "brilliant und fabelhaft" bedeutet. "Nur weil ,Galic' so super gehalten hat, konnten wir uns im Angriff so viele Fehler erlauben", lobte Carsten Lichtlein seinen Torhüterkollegen, für den nach 60 Minuten sagenhafte 20 Paraden bei nur 18 Gegentoren notiert wurden. "Ich war sehr motiviert. Die ersten 20 Minuten waren vielleicht die beste Leistung in meinen Leben", meinte Galia, und verwies auf seine 20-jährige Handballerkarriere, in der er, abgesehen vom tschechischen Meistertitel mit Banik Karvina, noch "nichts Richtiges" gewonnen habe. "In Schweden bin ich mit Redbergslids Vize geworden und in der Bundesliga Vierter mit dem TBV. Doch das wars auch schon. Dabei bin ich schon 31 Jahre alt", hat Galia auch intern gegenüber seinen Mannschaftskollegen großen Nachholbedarf. Siehe Florian Kehrmann, der mit acht blitzsauberen Treffern bei neun Versuchen ein weiterer wichtiger Lemgoer Erfolgsfaktor war. "Ich hätte nie gedacht, dass wir hier mit sechs Toren plus rausgehen. Die Spiele der Kadetten waren immer eine knappe Sache. Deshalb ist das 24:18 auch kein Polster. Wir müssen auch in Schaffhausen um jeden Ball kämpfen", meinte der TBV-Rechtsaußen und lobte die super Mannschaftsleistung.

Speziell in der Deckung rührte der TBV Beton an. An der Mischmaschine vorweg schufteten Daniel Kubes und Ferenc Ilyes. Auffällig waren zudem die Lemgoer Vorteile im Bodenkampf, wo der Ball fünf Mal per Hechtsprung behauptet wurde. Doch auch im Angriff bewies Kehrmann beim Rebound mit flacher Hand zum 15:11, das Lemgo diesen Sieg unbedingt wollte. Den einzigen Kritikpunkt sah Martin Strobel in den Offensivbemühungen. "Im Angriff haben wir zu früh die Entscheidung gesucht - da haben wir noch Steigerungspotenzial", meinte der TBV-Regisseur, dessen Aussichten auf seinen ersten Pokalsieg dank nur 18 Gegentoren gestiegen sind. "Gut, dass wir die Kadetten so niedrig gehalten haben. Das ist eine gute Basis fürs Rückspiel." tbv lemgo