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Kiel wankt, fällt aber nicht

Der Favorit wankte, fiel aber nicht. In einem mitreißenden Spiel konnte die TSV Hannover-Burgdorf den frischgebackenen Vereinsweltmeister lange ärgern, am Ende setzte sich aber die Kieler Cleverness durch.

In der Anfangsviertelstunde hatten die Nordlichter einen blendenden Start. Mit der stärker werdenden Deckung der Niedersachsen verlor der THW den Faden und biss sich zudem an einem überragenden Nenad Puljezevic im Tor die Zähne aus. . Thierry Omeyer stand dem serbisch-ungarischen Bär aber in nichts nach und hatte ebenso glänzende 60 Minuten. Das sah auch der Kieler Marcus Ahlm so, der die Leistung von Puljecevic kommentierte: "Er hat auf jeden Fall überragend gehalten heute, aber unser Thierry war auch super. Ich denke, die beiden Torhüter waren vielleicht die besten Spieler auf dem Feld heute. "


Schwerstarbeit

Unmittelbar zu Beginn der zweiten Halbzeit erschütterte die ausverkaufte, mit schwülwarmer Luft geschwängerte AWD-Arena in ihren Grundfesten, als die ohne Angst vor "großen Tieren" auftretenden Hausherren nach 37 Minuten plötzlich mit drei Treffern in Front lagen. Die Sensation schien greifbar. Doch der THW riss sich zusammen, glich nach 42 Minuten erstmals wieder aus (16:16) und legte mit einem Zwischenspurt ein 17:21 (53.) vor.

In der Schlussphase kam Burgdorf durch Jurdzs zwar noch einmal auf 21:22 heran. Der Treffer von THW-Kapitän Marcus Ahlm zum 23:21 65 Sekunden vor der Sirene brachte auch noch keine Sicherheit, da Momir Ilic wenige Sekunden darauf eine Zeitstrafe bekam. Erst als Thierry Omeyer einen Wurf von Morten Olsen festhielt und Aron Palmarsson sich durch die offensive Deckung der Gastgeber zum 24:21 durchtankte, waren die beiden wichtigen Punkte auf dem Weg zur direkten Champions-League-Qualifikation unter Dach und Fach.


Frische fehlt

"Entscheidend sind die zwei Punkte. Es war ein Sieg des Kampfes. In der Abwehr waren wir sehr gut, aber 24 Tore vorne sind zu wenig", meinte Kiels Torwart Thierry Omeyer. Filip Jicha sah es ähnlich: "Es war kein schönes Spiel von uns. Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir Spaß am Spiel haben." "Das war ein schweres Stück Arbeit. Wir sind erst nach dem Rückstand in der zweiten Halbzeit wach geworden. Aufgrund der letzten Viertelstunde war der Sieg dann aber verdient", sagte THW-Trainer Alfred Gislason, der die Ursache für die schwache Vorstellung seines Teams darin sah, "dass nach dem fünften Spiel in acht Tagen die Frische nicht mehr da war. Hinzu kamen die mit der Vereins-WM verbundenen Reisestrapazen."

In Anbetracht des Sieges war bei Gislason aber die gute Laune zurück: "In Katar hatten wir 40 Grad, aber hier in der Halle waren heute 50 Grad. Ich habe drei Polo-Shirts durchgeschwitzt." Sehr zufrieden mit der Darbietung seiner Schützlinge war Burgdorfs Coach Christoher Nordmeyer: "Nur 24 Gegentore gegen eine der weltbesten Mannschaften ist klasse. Am Ende hatten wir aber nicht die Qualität um die Sensation zu schaffen. Der THW hat dann eben doch noch mehr Möglichkeiten."