SG Flensburg-Handewitt - EHF-Pokal Viertelfinale - Wiedersehen mit Noka Serdarusic - Handball - Artikel - Handballwoche
EHF-Pokal Viertelfinale

Wiedersehen mit Noka Serdarusic

"34,31,30", rattert Per Carlén herunter. Der Trainer der SG Flensburg-Handewitt nennt nicht irgendwelche Maße, sondern das Alter von Renato Vugrinec, Ales Pajovic und Uros Zorman. Diese drei Spieler bilden die Rückraumachse des RK Celje, der am Samstag um 17 Uhr zum Viertelfinal-Hinspiel des EHF-Cups in Flensburg vorstellig wird. "In punkto Erfahrung hat der Rückraum von Celje gegenüber unserem Vorteile", räumt Per Carlén ein. Das trifft auch auf die Trainerbank zu. 59:49
Jahre lautet dort das Verhältnis. Während der Schwede erst seit Dezember 2008 einen europäischen Top-Klub betreut, ist sein Gegenüber eine der schillerndsten Personen der Zunft: Noka Serdarusic. Zwischen 1993 und 2008 feierte er mit dem THW Kiel fast zahllose Titel, darunter elf deutsche Meisterschaften.

In Flensburg wird er kaum mit einer freundlichen Begrüßung rechnen dürfen. Dass er mit den Nordlichtern 1992 den Bundesliga-Aufstieg bewerkstelligte, spielt keine Rolle mehr. Im SG-Umfeld hat sein Name einen Beigeschmack, da jeder an 2007, an das Finale der Champions League, denkt. Noch prüft die Staatsanwaltschaft in Kiel, ob gegen Uwe Schwenker und eben Noka Serdarusic ein Hauptverfahren wegen Betrugs und Untreue eingeleitet wird. In Flensburg scheint man nicht daran zu zweifeln, dass damals die polnischen Schiedsrichter bestochen wurden.

In der 50000-Einwohner-Stadt Celje wird Noka Serdarusic nicht an die juristischen Vorgänge erinnert. Auch die deutschen Medien sind weit weg. Wenn ein deutscher Journalist für ein Interview den offiziellen Weg über die Geschäftsstelle sucht, wird er an Sport-Manager Roman Pungartnik verwiesen. Mit ihm kann man bestens über das "vorgezogene Endspiel im EHF-Cup" plaudern und verspricht einen Rückruf wegen des gewünschten Interviews am nächsten Tag. Es tut sich nichts. Auf Nachfrage sagt Roman Pungartnik: "Noka hat keine Lust auf ein Interview, er möchte sich auf das Training konzentrieren."


Den slowenischen Reportern gibt er Antworten. Zumindest auf sportliche Fragen. "Meine  Rückraumspieler müssen durchspielen, ich habe keine Wechselmöglichkeiten", schiebt Noka Serdarusic die Favoritenrolle Flensburg zu. "Unser Gegner hat 14 Spieler und spielt viel schneller." Per Carlén wittert die Chance, seinem erfahrenen Gegenüber ein Schnippchen zu schlagen: "Mit Kraft und Tempo müssen wir einen Vorsprung von fünf, sechs oder sieben Toren herauswerfen. Welche Schiedsrichter pfeifen eigentlich das Rückspiel?" Es sind zwei Schiedsrichter aus Ungarn. "Ogott, Ungarn ist ein Nachbarland von Slowenien." 2007 spuckt in den Flensburger Köpfen.

KOMMENTARE

Robert Dorn, 03.04.10, 18:55 Uhr
Wenn es um die Bestechungsvorwürfe geht ,weiß man bald nicht mehr was man glauben soll?! Was macht die mehr »
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