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VfL Gummeresbach

Opfer des eigenen Tempos

Der VfL Gummersbach kann schon für das Halbfinale im Europacup der Pokalsieger planen. Der Titelverteidiger fertigte im Viertelfinal-Hinspiel den norwegischen Vertreter Elverum Handball Herrer mit 44:25 (23:11) ab und kann mit einem Polster von 19 Toren gelassen die Reise nach Skandinavien antreten. Vor dem Spiel hatte VfL-Trainer Sead Hasanefendic noch vor dem Tabellenzweiten der "Postenligaen" gewarnt und wäre mit einem Sieg mit vier Toren zufrieden gewesen.

10:0-Lauf in Halbzeit zwei

Und die Schützlinge des Ex-Flensburgers Christian Berge, die sich über Zemaitijos Dragunas aus Litauen und den russischen Vertreter Kaustik für das Viertelfinale qualifiziert hatten, schienen Sead Hasanefendic zunächst zu bestätigen. Die Norweger gefielen vor allem durch ihr schnelles Kombinationsspiel. So gestalteten die Gäste bis zum 6:6 das Spiel offen und hätte nicht Goran Stojanovic im VfL-Gehäuse schon zu diesem Zeitpunkt die eine oder andere Großchance vereitelt, hätte dem VfL sogar ein Rückstand gedroht.

Mit zunehmender Spieldauer vernagelte Stojanovic immer mehr sein Gehäuse - der Keeper zeigte bis zum Ende der Partie insgesamt 21 Paraden. Ganz bittere Minuten erlebte Berge zwischen der 20. und 27. Minute, als der VfL einen 10:0-Lauf (!) - die Tore erzielten Drago Vukovic, Vedran Zrnic und Igor Anic - hinlegte und von 11:9 auf 21:9 davonzog. Von diesem Schock erholten sich die Gäste nicht mehr.

Stegavik als Alleinunterhalter

Auch im zweiten Durchgang schaltete der VfL keinen Gang zurück, während Elverum nun ein Opfer seines vorgelegten Tempos und nun vermehrt ausgekontert wurde. Im Angriff erwiesen sich die Berge-Schützlinge als recht harmlos, mit einer Ausnahme: Steffen Stormo Stegavik spielte hier eine Art Alleinunterhalter. Aber auch seine zehn Tore konnten das Debakel seiner Mannschaft nicht verhindern.

Berge hatte sich zwar vor dem Anpfiff schon nichts ausgerechnet, aber diese Schlappe hatte ihn offensichtlich hart getroffen: "Heute haben wir unsere Grenzen aufgezeigt bekommen, dieses Niveau kennen meine Spieler aus Norwegen nicht. Also können meine Spieler auch gar nicht lernen, wie man in solchen Spielen besteht." Verständlich war Hasanefendic dagegen rundum zufrieden: "Das war so ein Spiel, in dem uns alles gelungen ist."