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VfL trifft nach dem Europacupspiel im Kosovo deutsche Soldaten

Spezielle Mission für Gummersbach

Am Wochenende reist der VfL Gummersbach zum Europacup-Rückspiel gegen KH Kastrioti Ferizaj ins Kosovo. Sportlich, das weiß auch Manager Francois-Xavier Houlet, sollte das Match nach dem 48:21-Hinspielerfolg lediglich Formsache sein. Doch die Oberbergischen haben einen wichtigen Auftrag im Gepäck: Am Tag nach dem Spiel folgen Sie einer Einladung der im rund 85 Kilometer entfernten Prizren stationierten deutschen KFOR-Truppen. Wir sprachen mit Houlet und dem im Kosovo stationierten Major Matthias Frank (41), der dort seit September Dienst tut.

>Schöne Sache, die Sie da vorhaben. Wie ist das Treffen denn zustande gekommen?
Houlet: „Das ist eigentlich ganz einfach. Die Bundeswehr hat mit dem VfL Gummersbach Kontakt aufgenommen und den Wunsch geäußert, mit rund 100 in Prizren stationierten deutschen Soldaten unser Europacup-Rückspiel zu besuchen. Und im Gegenzug haben die uns zu einem Besuch eingeladen.“
Frank: „Wir haben die Möglichkeit gesehen, einen engeren Kontakt zwischen Soldaten und den Handballern des VfL herzustellen. So war die Idee rasch geboren. Ich finde es gut, wenn die Spieler zu uns kommen und wir denen etwas vom Alltag im Kosovo zeigen können.“
Houlet: „Natürlich steht der Sport im Vordergrund, ich finde es aber richtig gut, wenn sich der VfL bei den KFOR-Truppen präsentiert. Für uns ist das eine gute Gelegenheit, etwas über den Auftrag der Bundeswehr vor Ort zu erfahren.“

>Muss man sich denn keine Sorgen machen?
Frank: „Das ist hier ziemlich ungefährlich. Die Sicherheitslage im Kosovo ist so, dass wir von einer Erfolgsgeschichte sprechen können. Der Gefährdungsstatus ist viel geringer als beispielsweise in Afghanistan. Das kann man nicht miteinander vergleichen. Der Besuch des VfL ist eine gute Gelegenheit, dies zu unterstreichen.“ 
Houlet: „Ich habe, wenn ich ehrlich bin, lediglich ein paar Spieler der Mannschaft informiert, mit der Bitte, diese Info weiterzugeben. Aber Sorgen mache ich mir keine. Da sind so viele Leute, die für viele Monate dort stationiert sind. Da ist es doch wichtig, dass man Flagge zeigt, wenn ein so bedeutender Handballklub wie der VfL Gummersbach aufgrund der Auslosung ins Kosovo reisen muss."

>Dann werden sich 100 Soldaten in Ausgehuniform auf den Weg machen…
Frank: „Die Ausgehuniform haben wir gar nicht erst im Reisegepäck gehabt. (lacht) Wir werden in  Flecktarn in die Halle gehen.“
Houlet: „Das Kosovo mit all seinen Problemen kennen die meisten von uns doch nur vom Fernsehen. Und meistens sind es schlechte Schlagzeilen. Insofern finde ich es gut, dass wir die Gelegenheit nutzen, um das KFOR-Engagement im Rahmen unserer Möglichkeiten zumindest ein wenig zu unterstützen. Ich bin absolut sicher, dass das Team dabei richtig mitziehen wird und etwas von dem Besuch mit nach Hause nehmen wird.“

>Welchen Stellenwert hat denn eine solche Veranstaltung im Alltag derSoldaten?
Frank: „Grundsätzlich spielt der Sport eine ganz besondere Rolle, wenn es darum geht, den Kopf frei zu bekommen. Im Vordergrund steht bei den meisten natürlich der Fußball. Aber es gibt hier viele Soldaten, die in ihrer knapp bemessenen Freizeit auch Handball spielen. Und wer an Handball denkt, denkt auch immer an den VfL Gummersbach. Insofern ist das natürlich eine tolle Aktion.“

>Haben Sie selbst irgendwelche Affinitäten zum Handballsport?
Frank: “Ich habe als Jugendlicher viel Handball gespielt, aber das ist Hobby geblieben. Dennoch habe ich diese Idee von Anfang an unterstützt. Schließlich haben wir hier im Kosovo nicht jeden Tag eine deutsche Mannschaft vor Ort.“

>Aber über das aktuelle Sportgeschehen in der Heimat sind Sie schon unterrichtet, oder?
Frank: „Natürlich. Da wir hier freien Zugang zum Internet haben, sind alle mit Informationen hinreichend versorgt. Wobei jeder in erster Linie seinen Lieblingsverein verfolgt.“ 

>Gibt es ein festes Programm für den Sonntag?
Houlet: „Die Mannschaft wird am Vormittag nach dem Frühstück abgeholt. Dann wird es vor Ort einen Empfang geben, und die Mannschaft wird natürlich Autogramme schreiben. Wir werden sicher auch ein paar Trikots verschenken – aber das soll eigentlich eine Überraschung sein. Es könnte sein, dass wir sogar noch ein kleines gemeinsames Training mit den Handballern der KFOR-Truppe einlegen. Aber nichts, was die Mannschaft nach dem Spiel zu sehr belasten wird.“
Frank: „Wir werden der Mannschaft das Feldlager zeigen und dann gemeinsam zu Mittag essen. Ich hoffe, dass dabei anregende Gespräche zwischen Spielern und Soldaten zustande kommen. Wir freuen uns auf den Besuch der Handballer des VfL im Kosovo.“  

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