Die Fronten weichen auf - Dänische Nationalspieler und der Verband nähern sich an - Handball - Weltspiegel - Artikel - Handballwoche
Die Fronten weichen auf

Dänische Nationalspieler und der Verband nähern sich an

Seit lange fordern die Spieler schon, Zugang zu den Büchern zu bekommen als Bedingung dafür, die Verhandlungen einer neuen Vereinbarung über Gehälter und Bonussysteme überhaupt wieder aufzunehmen. Diese Forderung hat der DHF auch akzeptiert, hat sich jedoch ausbedungen, dass sich die Spieler ins Büro des Verbandes einfinden, um die Akten durchzugehen. Die Spieler dagegen hatten darauf bestanden, dass sie die Akten zugeschickt bekommen, was der DHF aber abgelehnt hat.

"Wir lassen solche vertrauliche Papiere nicht aus dem Hause", waren sich sowohl DHF-Vorsitzender Per Rasmussen als auch Generalsekretär Morten Stig Christensen einig.

Dies hat Anfang Juli zu einem Ultimatum der Spieler geführt: Wenn eine Lösung nicht vor dem 29. Juli gefunden wäre, dürften weder der DHF noch die Sponsoren Fotos und Namen der Nationalspieler in kommerziellem Zusammenhang mehr benutzen. Dieses Verhalten der Spieler hat den Sponsor, die Fluggesellschaft Cimber Sterling, veranlasst, seinerseits ein Ultimatum zu stellen. "Wenn es uns verboten wird, die Spieler im Vermarktungszusammenhang zu benutzen, hat der DHF ja kein Produkt mehr, und dann wäre der Sponsorvertrag nicht mehr gültig", sagte Marketingchef Bjarne Rasmussen von Cimber Sterling gegenüber der HANDBALLWOCHE.

"Noch bereuen wir diesen einjährigen Sponsorvertrag nicht, denn wir haben eine tolle Resonanz durch die WM in Kroatien im Januar bekommen. Ich schließe es deshalb auch nicht aus, dass wir die Sponsorschaft verlängern werden. Im Augenblick hat dieser Konflikt aber den Wert unseres Sponsorings verringert", fügte Bjarne Rasmussen hinzu.

Ultimatum: Spiele oder verschwinde

Danach hat der DHF den Spielern ein Ultimatum gesetzt: Spiele oder verschwinde! "Für den nächsten Lehrgang im September müssen wir eine Nationalmannschaft zusammenstellen können - und die müssen wir aus den Spielern zusammensetzen, die spielen wollen", sagte DHF-Generalsekretär Morten Stig Christensen der Fernsehstation TV2.

Nachdem sich die Fronten so verhärtet hatten, haben die Spieler jetzt aber akzeptiert, am 28. und 29. Juli zusammen mit Direktorin der Spielervereinigung (HSF) Annelise Vidø und einem Wirtschaftsprüfer im Büro des Verbandes sich die Bücher näher anzuschauen."Jetzt strecken wir dem DHF die Hand entgegen und hoffen, dass der DHF das gleiche tun wird, zum Verhandlungstisch zurückkommt und sich sachlich mit unseren berechtigten Ansprüchen auseinandersetzen wird", sagte Spielervertreter Lars Jørgensen.

Gleichzeitig haben die Spieler die Einladung des DHF zu einer Verhandlungssitzung am 3. August angenommen - vorausgesetzt, dass bis dahin ein konkretes Angebot des DHF vorliegt. In diesem Fall sind die Spieler auch bereit, die oben erwähnte Frist bis zum 5. August zu verlängern.

Beim DHF reagierte Generalsekretär Morten Stig Christensen einstweilen noch mit zurückhaltender Freude auf die veränderte Haltung der Spieler. "Es freut mich, dass wir zum Verhandlungstisch zurückkehren können. Ich hätte aber gehofft, dass es ohne Forderungen und Ultimaten geschehen könnte", sagte der Generalsekretär.

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