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Nationaltorhüter Thomas Bauer über die HL Austria

Fivers gewinnen Derby in Schlusssekunde

Der österreichische Nationaltorhüter Thomas Bauer, der seit dem Sommer beim Zweitliga-Aufsteiger TV Korschenbroich in Deutschland spielt, betrachtet allwöchentlich für Handballwoche.de die aktuellen Entwicklungen in der Handball Liga Austria.

In Runde 12 können diesmal die Underdogs nicht punkten. ULZ Schwaz geht vor heimischen Publikum sang- und klanglos mit 22:30 gegen den souveränen Tabellenführer HC Linz unter, weil 105-Kilo-Mann Slavko Krnjajac am Kreis einfach nicht zu stoppen ist. Einziger Lichtblick auf Seiten der Tiroler ist diesmal der junge Sebastian Feichtinger. Der 17-jährige Jugendnationalspieler kann sechsmal einnetzen und somit die Niederlage zumindest einigermaßen in Grenzen halten.

Nichts zu retten gibt es diesmal in Tulln. Die Heimmannschaft muss sich HIT Innsbruck vor 250 Zuschauern mit 22:33 geschlagen geben und befindet sich somit nach wie vor im Tabellenkeller. Den 10. und letzten Platz hat nach wie vor Juri Leoben reserviert. Obwohl man gegen Meister Bregenz lange mithält, zur Pause nur mit 15:16 in Rückstand liegt, können die Steirer - wie erwartet - nichts Zählbares aus Vorarlberg mit nach Hause nehmen.

Grandiose Flügelzange und „Steinewerfer“ entscheiden das Wiener Derby

Im Gegensatz zum ersten Aufeinandertreffen dieser Saison kann die SG West Wien das Spiel länger offen gestalten, präsentiert sich nicht nur als kampfstarke Truppe, sondern über weite Strecken als ebenbürtiger Gegner für die Aon Fivers. Trotz zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand gibt sich die Mannschaft nicht auf und kann durch Routinier Darko Galic per Stemmwurf in der 59. Minute erstmals nach längerer Zeit wieder ausgleichen. Drei Sekunden vor dem Ende wird der baumlange Litauer Romas Kirveliavicius durch ein klares Rotfoul unsanft am finalen Torwurf gehindert. Fivers-Trainer Romas Magelinskas verzichtet auf großes Theater, beordert stattdessen seinen Landsmann zum Gespräch an die Auslinie, um ihm für den kommenden, entscheidenden Torwurf Mut einzuflößen. Mit Erfolg. Der junge Halblinke schraubt sich in letzter Sekunde hoch und schleudert den Ball hammerhart unter die Querlatte.

800 Zuschauer in der Wiener Hollgasse feiern den knappen, aber letztendlich verdienten Fivers-Triumph. Die überragenden Akteure an diesem Abend sind, neben dem Siegtorschützen, die beiden Außen der Fivers Jörg Merten und Michael Gangel. Die beiden Kraftpakete sind zusammen für elf Tore verantwortlich und das bei hundertprozentiger Trefferquote.

Es freut mich für Michael Gangel

Speziell für den 40 Jahre alten Routinier Gangel freut es mich ganz besonders. Der ehemalige Nationalspieler stand nach einigen schweren Verletzungen schon mehrmals vor dem Karriereende, ist aber auch nach unzählbar vielen Jahren im Fivers-Trikot einfach nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken. Obwohl die Bestform des „Oldies“  nicht mehr so konstant wie in vergangenen Jahren abrufbar ist, ist er dank seinem körperlichen Topzustand immer noch zu der einen oder anderen Klasseleistung fähig. Nicht zu unrecht hält der selbsternannte „Methusalem“ den ewigen Torrekord der österreichischen HLA mit 19 geworfenen Toren in einem Spiel.