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Yoon ist zurück in Gummersbach

Geheimplan "Comeback"

Kyung-Shin Yoon trainiert wieder in Gummersbach. Nicht mehr im Trikot des VfL, sondern im
Rahmen eines Trainingslagers gemeinsam mit der südkoreanischen Nationalmannschaft. An
der Seitenlinie aber stand  - wie schon zwischen 2002 bis 2004 - Sead Hasanefendic.
Der wollte sich am freien Sonntag die erste Übungseinheit seines ehemaligen Spielers in
Gummersbach nämlich nicht entgehen lassen. Und so ganz nebenbei verriet er auch, dass es
im vergangenen Jahr fast zum Comeback von Yoon im Trikot des VfL gekommen wäre.
"Als sich Adrian Pfahl verletzt hatte, haben wir wirklich überlegt, Nick noch einmal zu uns zu
holen. Er wäre vielleicht nicht mehr so schnell gewesen, hätte nicht mehr 60 Minuten Vollgas
geben können. Aber allein die Präsenz und Erfahrung von Yoon hätte uns sicher geholfen."
Weil es dazu aufgrund von Yoons Verpflichtungen (bei seinem damaligen Verein Doosan) in
Südkorea nicht gekommen ist, hat der ehemalige VfL'er den Weg zurück in seine alte Heimat
nun mit einem Jahr Verspätung gefunden.

Und Yoons größter Wunsch war ein Wiedersehen mit seinem früheren Coach. "Er war einer
meiner besten Trainer, ich habe sehr von der Arbeit mit ihm profitiert. Kondition, Kraft, Technik -
in allen Bereich hat Sead mich verbessert", lobte der Südkoreaner den kroatischen Übungsleiter.
Der wollte das so freilich nicht stehen lassen: "Es macht mich immer noch stolz, mit ihm
zusammengearbeitet zu haben. Ihn musste ich bestimmt nicht mehr ausbilden. Er war damals
schon der perfekte Handballer. Und gemeinsam mit Teamplayern wie Zouzou Houlet bildete er
ein überragendes Duo."

In einer schwierigen Zeit, wie sich die beiden Weggefährten bei einer Tasse Kaffe im Victor's Residenz Hotel erinnerten. "Es ist viel passiert damals. Natürlich denke ich ungern an die Pleite zurück. Aber, so seltsam das klingt, eigentlich war das mit die schönste Zeit, weil der Zusammenhalt in der Truppe am allergrößten war", blickte Yoon zurück. Zehn Jahre hielt Nick dem Club, der in dieser Zeit "VfL Yoon" genannt wurde, die Treue. Der Südkoreaner, vielfacher Olympia- und WM-Teilnehmer, vierfacher Asien-Meister und zweifacher WM-Torschützenkönig, war im Trikot der Oberbergischen siebenmal Bundesliga-Shooter Nr. 1, zwischen 1996 und 2002 sechsmal in Folge. 2.905 Tore in der Bundesliga sind eine einsame Bestmarke und derzeit
ist niemand zu sehen, der ihm den ersten Platz in der ewigen Torschützentabelle streitig  machen könnte.

Seinen ehemaligen Trainer Sead Hasanefendic in jedem Fall sind diese Erfolge einen besonderen
Platz wert. "Über meinem Schreibtisch in der VfL-Geschäftsstelle hängt ein riesiges Bild von
Nick". Und sollte es auf dem Weg zur neuen Halle einen "VfL Walk of Fame" geben, müssten
Nicks Hände die ersten sein, die abgebildet gehörten, schlug der Kroate vor.
Kommt Nick Yoon 2013 persönlich zur Halleneröffnung, dann nur noch als ehemaliger Handballer.
"Ich habe noch ein Ziel. Ich will mit Korea zu den Olympischen Spielen in London 2012.
Danach ist endgültig Schluss." Vielleicht kann er sich dann auch mehr darum bemühen, dass
sein siebenjähriger Sohn in die Fußstapfen des Vaters tritt. "Denn aktuell schägt sein Herz eher
für den Fußball."

Die südkoreanische Handball-Nationalmannschaft muss auf dem Weg zu Olympia 2012 in London
noch ein erfolgreiches Qualifikationsturnier im eigenen Land spielen. Als Vorbereitung darauf
dient unter anderem der Mepha-Cup in der Schweiz. Vorher macht Yoon gemeinsam mit
der südkoreanischen Handball-Nationalmannschaft bis zum 17. August Station in Gummersbach.
Trainiert wird in der Gerhard-Kienbaum-Halle. Am Mittwoch findet ab
19.30 Uhr in Derschlag ein Testspiel gegen den holländischen Erstligisten Kras Volendam statt.
Der Eintritt in der Sporthalle der Gesamtschule Derschlag (Epelstraße 23, 51645 Gummersbach-
Derschlag) beträgt 5 Euro. Der Erlös geht an den Verein "nina & nico e.V."