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20 Jahre Europäische Handball-Föderation

Große Gala in Wien

Eine eigene Sonderbriefmarke, ein neues Logo und mehr als 500 geladene Gäste: Die Europäische Handball-Föderation (EHF) feiert in Wien am Donnerstag bei einer Gala unter dem Titel «HeartBeat HandBall» ihr 20-jähriges Bestehen.

«Ich bin besonders Stolz auf die gesamte Entwicklung, wenn man die Top-Events Europameisterschaften und Champions League betrachtet. Denn Handball fand damals unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt», sagte EHF-Generalsekretär Michael Wiederer der Nachrichtenagentur dpa.

Damals, das war 1991. Europa befand sich im Umbruch. West- und Ostblock zerbröselten politisch und schufen damit die Voraussetzung für die Gründung eines europäischen Dachverbandes. «Politisch gesehen war der Weg frei», berichtete Wiederer. Die im Weltverband IHF getrennten Lager Ost und West rückten Ende der 1980er Jahre zusammen und auf einem inoffiziellen Meeting am Rande des IHF-Kongresses 1990 in Madeira (Portugal) wurden die Weichen gestellt für die EHF-Gründung.

Sportpolitisch wurde es auch höchste Zeit. «Denn alle anderen Kontinentalverbände gab es schon. Nur Europa nicht», erinnerte sich Wiederer. Am 17. November 1991 war es dann soweit: Im edlen Domhotel im Berliner Osten besiegelten Vertreter aus 31 Nationen die Vereinigung des europäischen Handballs mit 33 Mitgliedern. Präsident wurde der 2007 verstorbene Schwede Staffan Holqvist, der damalige Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB), Hans-Jürgen Hinrich, dessen Stellvertreter. «Wir wollen die IHF entlasten, die uns betreffenden Aufgaben in eigene Regie nehmen und streben eine harmonische Zusammenarbeit an», sagte Holmqvist damals.

Im Anschluss setzte das Ringen um den Sitz des Verbandes ein. Wien setzte sich auf dem ersten EHF-Kongress 1992 gegen Berlin, Zürich, Kopenhagen, Bratislava und Lissabon durch, weil es ein lukratives Angebot mit Kostenübernahme für Büro, Ausstattung und Mitarbeiter abgegeben hatte. Doch die Anfänge dort waren bescheiden: Michael Wiederer und eine Sekretärin zogen ins Hotel Pagoda, es gab zwei Tische, zwei Stühle und zwei Telefone. Das Startkapital lag bei rund 11 000 Schweizer Franken, was seinerzeit rund 12 400 DM entsprach.

Heute steht Wiederer als oberster Angestellter der EHF einem Unternehmen vor, das inklusive der eigenen Marketinggesellschaft rund 25 Millionen Euro pro Jahr umsetzt. Aus zwei Angestellten wurden bis zum Jubiläum 49, die in einem modernen Bürohaus arbeiten. Die Mitgliedsverbände sind auf 50 plus die assoziierten Großbritannien und Kosovo angewachsen.

Seit 1994 finden alle zwei Jahre Männer- und Frauen-Europameisterschaften statt. In der Saison 1993/1994 hatte die EHF bereits die Europacup-Wettbewerbe von der IHF übernommen. Diese stehen von der kommenden Saison an vor einer Reform: Analog zum Fußball werden EHF-Cup und Pokalsieger-Wettbewerb zum European Cup zusammengelegt der Sieger in einem Endrunden-Turnier ermittelt. Dies gibt es für die «Königsklasse» Champions League bereits seit 2010 und findet als Final4 bis 2014 in Köln statt.

Im noblen Event Hotel Pyramide feiert die EHF, die seit 2004 vom Norweger Tor Lian geführt wird, ihren Aufstieg der letzten 20 Jahre mit einer glamourösen Gala. Auf den Einladungen klebte eine Jubiläumsmarke der österreichischen Post im Nennwert von 90 Cent. Im Rahmen der vorangestellten Workshops und einer Konferenz der nationalen Verbandspräsidenten wird das neue Logo der Föderation präsentiert.