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Ersten vier Plätze in Österreich scheinen schon vergeben

Hards Play-off-Platz in Gefahr

Der österreichische Nationaltorhüter Thomas Bauer, der seit dem Sommer beim Zweitliga-Aufsteiger TV Korschenbroich in Deutschland spielt, betrachtet allwöchentlich für Handballwoche.de die aktuellen Entwicklungen in der Handball Liga Austria.

Neun Spiele noch bis zum Meisterplayoff. Der Kampf um die sechs begehrten Plätze hat in Österreich längst begonnen und geht in die entscheidende Phase. Vier Teams müssen den bitteren Gang ins Aufstiegsplayoff antreten und treffen dort auf die vier besten Zweitligisten.

Der attraktive Modus lässt somit sogar vier Absteiger bzw. Aufsteiger zu. Theoretisch. Praktisch gesehen schaffte in den letzten Jahren höchstens ein Zweitligateam den Sprung ins Oberhaus. Juri Leoben, UHC Goldmanndruck Tulln und ULZ Sparkasse Schwaz sind quasi fix in den Abstiegskampf verwickelt, ein vierter kommt noch hinzu.

Harder Teufel wieder in der roten Zone

Derzeit bewegt sich der HC Alpla Hard wieder im Bereich der abstiegsgefährdeten Plätze, weil man gegen HC Linz 25:26 unterliegt und der direkte Konkurrent um den begehrten Play-off-Platz, HIT Innsbruck, mit einem 34:31 beide Punkte gegen West Wien aus der Landeshauptstadt stiehlt. Freilich ist nach der Hälfte des Grunddurchgangs noch lange nichts entschieden, denn rechnerisch ist noch einiges möglich.

Realistisch gesehen besetzen Tabellenführer UHK Krems, die punktegleichen Bregenzer, HC Linz AG (1 Punkt weniger) und die Aon Fivers Wien (2 Punkte weniger) die ersten vier Plätze. Bereits mit sechs Punkten hinter der Spitze besetzen West Wien und HIT Innsbruck die Plätze fünf und sechs und dürfen sich Chancen auf die „sichere“ obere Hälfte der Tabelle machen. Ebenso spannend wie der Fight um die oberen vier Ränge wird der Dreikampf ums letzte Play-off-Ticket, denn - wie schon des Öfteren angesprochen - darf der HC Hard die Top-6 nicht verfehlen und ist mehr denn je unter Zugzwang. Tabellenführer UHK Krems gibt sich gegen den Inhaber der roten Laterne, Juri Leoben, keine Blöße und sichert sich trotz 15:15-Halbzeitstand mit 34:28 zwei eingeplante Punkte.

Bregenz revanchiert sich

A1 Bregenz musste zwar in der ersten Runde einen Punkt gegen UHC Tulln liegen lassen, lässt im Rückspiel vor eigenem Publikum aber keine Zweifel über die wahren Kräfteverhältnisse aufkommen und fegt mit 46:25 gnadenlos über die chancenlosen Tullner hinweg. Erfreulich dabei ist die Tatsache, dass sich im Vergleich zum letzten Jahr die geworfenen Tore und somit die Verantwortung derzeit auf mehrere Schultern verteilen.

Einzig Nationalmannschafts-Linksaußen Björn Tyrner hebt sich mit seinen neun Toren leistungsmäßig von seinen Mitspieler ab. Nach der Erhöhung der Personalkapazität von 14 auf 16 Spieler pro Team für internationale Bewerbe macht sich der gebürtige Wiener berechtigte Hoffnungen auf eine Wiedereinberufung für die Nationalmannschaft und die Teilnahme an der Heim-Europameisterschaft 2010.

Ewiges „Prügelduell“ Schwaz gegen Fivers diesmal harmlos

Während die Aufeinandertreffen der Teams aus Tirol und Wien oftmals in blutige „Schlachten“ mit zahlreichen „Opfern“ ausarteten, hält das Härteduell diesmal zum Glück nicht, was es verspricht. In der gut gefüllten Schwazer Heimhalle beugte sich diesmal die Heimmannschaft beinahe kampflos dem Serienvizemeister aus Wien und musste keine überraschende, aber trotzdem enttäuschende 22:27-Niederlage einstecken. Mit acht geworfenen Toren in Halbzeit eins war das Spiel schon früh entschieden.

Vielleicht hielt sich auch deshalb der körperliche Widerstand der Hausherren in Grenzen. Möglicherweise behielt der litauische Gladiator Mindaugas Andriuska aber diesmal seine Fäuste in der Tasche, weil er nach der Vertragsauflösung des Zwei-Meter-Riesen Grzegorz Gowin keinen Mitstreiter mehr an seiner Seite hatte, der mit ihm gemeinsam den Wienern erfolgreiche Gegenwehr hätte geben können. Trainer Thomas Lintner enttäuscht: „Das war einfach viel zu wenig von allen Beteiligten.“