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HLA: Vizemeister Hard weiter weit hinter den Erwartungen

Krems nach Derbysieg an der Spitze

Der österreichische Nationaltorhüter Thomas Bauer, der seit dem Sommer beim Zweitliga-Aufsteiger TV Korschenbroich in Deutschland spielt, betrachtet allwöchentlich für Handballwoche.de die aktuellen Entwicklungen in der Handball Liga Austria.

Der UHK Krems steht nach einem ungefährdetem Derbysieg gegen UHC Tulln dank besserem Torverhältnis vor A1 Bregenz an Platz eins der Handball Liga Austria. Während die ehemalige Tullner Aufbaureihe Boszo-Schmölz-Vizvary elf Tore zum überlegenen Sieg beisteuerte, war Tobias Schopf mit 13 Treffern der überragende Mann auf der Platte.

Schon im vergangenen Jahr sorgte die damalige Linksaußen-Zweitbesetzung unter anderem mit neun Toren gegen A1 Bregenz für Aufsehen, nun steht der wendige 170-Zentimeter-Mann hinter Leobens Ivan Ivisic an Platz zwei der Torschützenliste.

In der sechsten Runde der HLA ist Schopf allerdings in prominenter Gesellschaft. Auch Nationalspieler Martin Abadir von den AON Fivers (15) und Andreas Stachelberger vom HC Linz (10) konnten zweistellig einnetzen. Abadir und seine Fivers schossen Leoben vor eigenem Publikum mit 42:35 ab, während Andi Stachelberger in Bregenz den HC Linz zu einem 30:30 führte.

Schwazer Reaktion auf unerwartete Spielerentlassung

Unter der Woche vermeldete ULZ Schwaz die Vertragsauflösung des 2,02 m Hühnen Grzegorz Gowin. Der polnische Rückraumbomber, der als einziger HLA-Spieler beidhändig aus der Distanz für Gefahr sorgte, konnte in den ersten Runden der noch jungen Meisterschaft die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen und musste für die unbefriedigenden Ergebnisse den Kopf hinhalten.

Coach Thomas Lintner und seine Mannen konnten die Verantwortung diesmal auf die Schultern mehrerer Spieler verteilen und hatten beim 29:29 das erste Erfolgserlebnis nach drei sieglosen Partien. Für West Wien hingegen ist die Punkteteilung eine weitere herbe Enttäuschung, schließlich hat man sich nach dem Wiederaufstieg auf viele Positionen deutlich verstärkt und das Erreichen der Halbfinalspiele, also zumindest Platz vier, angepeilt.

Nun denke ich, sollte sich die Truppe aus der Landeshauptstadt nach dem Ausscheiden des amtsmüden Sportdirektors Wilhelm Doskocil wieder neu motivieren, um die Teilnahme am Meisterplayoff abzusichern.

Zahme Teufel

Immer noch hinter den Erwartungen zurück bleibt der HC Alpla Hard. Nach großem Kampf aber unglücklicher Ein-Tore-Niederlage gegen den Erzrivalen A1 Bregenz hatten die Teufel vom Bodensee diesmal in Innsbruck das Nachsehen. Trotz komplett neuformierter Aufbaureihe und neuem Kreisspieler hätte bisher deutlich mehr für die Tluzinski-Truppe drin sein müssen. Meiner Meinung nach wurde die Achse Wleklak-Valkovskis mit den Spielern Maciek Tlucinksi und Janis Glusaks mehr als nur gleichwertig ersetzt.

Der wurfstarke Mittelmann, der diesmal nur ein Tor beisteuern konnte, und der bullige Lette am Kreis harmonieren schon fast perfekt und sind zudem noch abwehrstark. Aus dem Rückraum bleibt der Vizemeister hingegen nach wie vor blass. Einzig Abwehrspezialist Stefan Watzl sorgte für die nötige Gefahr im Angriff und konnte sechsmal scoren. Bleibt abzuwarten, ob sich die Harder gegen Juri Leoben (mit Ex-Harder und Shootingstar Fürstler) den Frust von der Seele werfen können. Schließlich gilt es, den Blick nach vorne zu richten und den Fehlstart von 2:10 Punkten so schnell wie möglich abzuhaken, damit das Minimalziel Playoff doch noch erreicht wird. Alles andere als die Teilnahme an der Meisterrunde wäre für Spieler, Fans und Sponsoren eine absolute Katastrophe.