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Nationaltorhüter Thomas Bauer über die Handball Liga Austria (HLA)

Meister Bregenz gewinnt das Derby

Der österreichische Nationaltorhüter Thomas Bauer, der seit dem Sommer beim Zweitliga-Aufsteiger TV Korschenbroich in Deutschland spielt, betrachtet allwöchentlich für Handballwoche.de die aktuellen Entwicklungen in der Handball Liga Austria.

Die Runden 14 und 15 in Österreichs höchster Spielklasse wurden diesmal auf Grund der EM-Vorbereitung unseres Herrennationalteams in Form einer Doppelrunde ausgetragen. Im Mittelpunkt stand zweifelsohne das Duell Meister gegen Vizemeister, A1 Bregenz gegen HC Alpla Hard – außerdem ein Lokalderby!

Meister Bregenz setzt sich durch 

Für das Aussprechen der Phrase „Ein Derby hat seine eigenen Gesetze“ macht man sich im Sport mittlerweile schon fast zum Verbalverbrecher. Kaum einer kann den Spruch plausibel erklären und in Wirklichkeit kann ihn auch niemand mehr hören. Und dennoch trifft diese Pauschalaussage, die knappe Ergebnisse prophezeien soll, auch heuer wieder auf die Derbys der HLA zu. Die Aon Fivers konnten im Lokalduell um die Vorherrschaft in der Landeshauptstadt erst durch einen Wurf in letzter Sekunde das wahre Kräfteverhältnis in Ziffern an der Anzeigentafel darstellen und auch das Tiroler Derby war dank unglaublich hohen Fehlerquoten beider Teams alles andere als ein „normales“ Handballspiel.

Die Herren Lucas Mayer, Roland Schlinger, Gernot Watzl und Björn Tyrner vom Meister A1 Bregenz lassen sich diesmal nicht von den schwer gebeutelten Hardern aus dem Konzept bringen und sind gemeinsam für 30 der 36 Tore des Meisters gegen den Vizemeister zuständig. Einzig der Ex-Bregenzer Andriy Kuzo wehrt sich mit 10 Toren gegen seine ehemaligen Kameraden, kann aber die Derbyniederlage nur in Grenzen halten.

Kampf um die beste Ausgangsposition

Während Bregenz dank des Derby- und eines Auswärtssieges gegen HC Linz wieder an der Spitze steht und die Stahlstädter auch auf Grund eines enttäuschenden Auftritts gegen die SG West Wien punktelos aus der Doppelrunde gehen, können UHK Krems und die Aon Fivers die Plätze 2  und 3 absichern.

Rechnerisch sind nur Krems und Bregenz sicher im Meister-Playoff, allerdings kann man auf Grund des Restprogramms von drei Spielen davon ausgehen, dass auch der HC Linz und die Aon Fivers mit Sicherheit am oberen Playoff teilnehmen werden. Was bedeutet, dass es in den verbleibenden Spielen des Grunddurchgangs für die vier Teams um die beste Ausgangsposition im Kampf um die Halbfinaltickets geht.

Fernduelle um die Playoff-Teilnahme

HIT Innsbruck (16), SG West Wien (15) und HC Alpla Hard (14) Punkte liegen punktemäßig wunderbar eng bei einander. Das verspricht uns einen tollen Fight um die letzten beiden Playoff-Tickets. Hard hat ein Spiel weniger bestritten, muss aber nach Krems und darf dort keine Geschenke erwarten. Für Innsbruck und West Wien gestaltet sich das Restprogramm ähnlich. Zwischen 2 und 6 Punkten ist alles drin, es stehen ein Pflichtsieg  und zwei harte Brocken im Terminkalender. Ich tippe auf einen Sieg für beide Teams, was den Punktestand 18 und 17 bedeuten würde.

HC Hard darf gegen die beiden unterirdisch schwachen Teams aus Leoben und Tulln ran, kann also, wenn alles glatt läuft, mit 4 Punkten rechnen, stünde dann ebenfalls bei 18 Punkten. Da die SG West Wien noch gegen UHK Krems und A1 Bregenz ran muss, glaube ich, dass die Wiener auch heuer wieder mit leeren Händen dastehen und einigen verschenkten Punkten nachtrauern werden.