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In Dänemark herrschen wirtschaftliche Probleme

Wolken im Paradies

Nadine Krause ist vorsichtig. Noch reicht sie lieber die linke Hand zur Begrüßung. Kein kräftiger Handschlag soll an der frisch operierten rechten Schulter rütteln. An Handballspielen ist nicht zu denken. Weder für ihren dänischen Club FC Kopenhagen, noch für die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in China. Reha statt Rückraum. Und deshalb geht die ehemalige Welthandballerin nicht mit dem deutschen Perspektiv-Team in Wuxi auf Torejagd, sondern arbeitet an ihrer Genesung und der sportlichen Zukunft in Dänemark.

Seit 2007 ist das nördliche Nachbarland ihre Wahl-Heimat. Doch im nächsten Sommer läuft ihr Vertrag in Kopenhagen aus. „So langsam stehen Verhandlungen an“, sagt die 27-Jährige. Und damit steht sie nicht allein. Gleich von vier der sieben deutschen Auswahlspielerinnen in der Guldbageren Liga endet der Vertrag nach dieser Spielzeit. Neben Nadine Krause betrifft dies Stefanie Melbeck (KIF Vejen) und Nora Reiche (Viborg HK), die nach überstandenen Kreuzbandrissen ebenfalls bei der WM fehlen, sowie Anja Althaus (Viborg HK).

Drei müssen bangen

„Ich würde gern bleiben“, bekennt die Kreisläuferin, die in Wuxi im WM-Auftaktspiel ausgerechnet gegen Dänemark ihren Wert unter Beweis stellen kann. Noch bangen müssen Torhüterin Sabine Englert, deren Vertrag beim FC Midtjylland bis 2012 läuft, und Spielmacherin Nina Wörz, die bis 2011 bei Randers HK in Lohn und Brot steht. Auch Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack ist diesbezüglich bei Viborg HK sorgenfrei: Der Kontrakt der Ausnahmespielerin, die ihr erstes Kind erwartet und deswegen bei der WM fehlt, endet 2011.

Doch für Nadine Krause & Co. rückt die Zeit der Entscheidung näher. Und das vor schwierigem wirtschaftlichen Hintergrund. Denn der Himmel über dem El Dorado für Frauen-Handball hat sich verdüstert. „Es ist bewölkt im Paradies“, sagt die Rückraumspielerin. Auch um Dänemark hat die weltweite Krise keinen Bogen gemacht. „In Dänemark sieht man, dass jeder finanzielle Probleme hat. Auch wir sind davon betroffen“, sagt sie und berichtet von Lohneinbußen.

Ungewissheit über künftigen Etat

Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab. Sponsoren ziehen sich mindestens teilweise zurück. „Die Vereine wissen selbst noch nicht, wieviel Geld sie im Etat für die kommende Saison haben“, erzählt Nadine Krause, „entscheidend ist auch, ob das Fernsehen sich zurückzieht.“ Und nicht zuletzt leistet sich ihr Club FC Kopenhagen einen großen und exquisiten Kader. „Wir sind gut im Rückraum besetzt“, sagt die Schwäbin, die gern beim jetzigen Verein bleiben will. Aber nicht ihr ganzes (Sportler-)Leben lang. „Ich weiß, dass ich nicht für immer in Dänemark bleiben will“, bekennt sie und reicht zum Abschied die linke Hand.

KOMMENTARE

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