26:25 – Flensburg triumphiert im Spitzenspiel gegen Magdeburg

Die beeindruckende Rekordserie hält, die Revanche für das schmerzhafte Pokal-Aus ist gelungen: Nach zuvor zehn Siegen in den ersten zehn Bundesligaspielen – saisonübergreifend waren es sogar 18 Erfolge in Folge – gelang den Handballern der SG Flensburg-Handewitt am Donnerstagabend auch der elfte Streich. Der deutsche Meister triumphierte in der „Hölle Nord“ mit 26:25 (14:11) gegen den ärgsten Rivalen SC Magdeburg und untermauerte mit diesen „Big points“ im Topspiel die Tabellenführung – mit weiterhin blütenweißer Weste und 22:0-Punkten.

Als SG-Torhüter Benjamin Buric praktisch mit dem Schlusspfiff den finalen Wurf des zuvor überragenden Robert Weber entschärfte, kannte der Jubel in der Flens-Arena keine Grenzen. Eine emotionale Achterbahnfahrt aus Flensburger Sicht hatte ein Happy End gefunden und der Meister diesen Krimi für sich entschieden. Auch wenn er es in der Schlussphase nach einer 25:21-Führung noch unnötig spannend gemacht hatte.

„Ich denke, der Sieg ist verdient“, bilanzierte SG-Trainer Maik Machulla. „Wir haben die ganze Zeit geführt, waren viel präsenter als noch im Pokalspiel. Dieser Erfolg gibt uns weiter Sicherheit und Ruhe.“

Erster gegen Zweiter, beste Abwehr gegen besten Angriff – der Showdown der beiden momentan besten deutschen Mannschaften versprach prima Unterhaltung und höchste Spannung. Diese Erwartungen erfüllte die SG mit einer furiosen Anfangsphase, in der sich die Hausherren motiviert, fokussiert und effizient präsentierten. 9:4 hieß es nach temporeichen 14 Minuten – die geschlossen und beweglich agierende Flensburger Defensive kaufte dem hochgelobten Magdeburger Angriff den Schneid ab. Schnell wurde deutlich, dass die SG die richtigen Schlüsse aus der Pokal-Schlappe gezogen hatte: besseres Rückzugsverhalten, bessere Chancenverwertung, besseres Torwartspiel.

Dazu hatten die Flensburger noch mit Rasmus Lauge den Mann der ersten Halbzeit in ihren Reihen, der viele Akzente setzte und auch den bis dato überragenden SC-Spielmacher Marko Bezjak zunächst in den Schatten stellte.

 

Allerdings ging der SG-Spielfluss dann nach dem 11:6 (18.) durch viele Unterbrechungen etwas verloren, auch eine Folge von nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen der Schiedsrichter, die beispielsweise kurz vor dem Pausenpfiff den völlig unbeteiligten Simon Hald eine Zeitstrafe für ein Foul aufbrummten.

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann ein Spiel auf Augenhöhe. Angeführt vom zwölffachen Torschützen Robert Weber glichen die Gäste zum 17:17 (41.) aus. Allerdings konterten die Flensburger postwendend auf 20:17 (44.) – das Momentum lag nun wieder auf Seiten des Meisters. Beim 26:23 (55.) hatte Rechtsaußen Lasse Svan die große Chance, das Spiel zu entscheiden, doch sein Heber ging vorbei. Stattdessen durfte Magdeburg noch einmal am Punktgewinn riechen, weil „wir uns in den letzten vier Minuten nicht clever angestellt haben“ (Machulla). Erst als Webers Wurf von Rechtsaußen in die kurze Ecke nicht sein Ziel fand, lagen die Punkte Nummer 21 und 22 in trockenen Tüchern.