Eine Reise ins Ungewisse

Diese EM steht wahrlich unter keinem guten Stern: Vor einem Testländerspiel zwischen Schweden und Ungarn ist die Glasscheibe eines Basketballkorbs zersplittert. Die Glassplitter prasselten während des Aufwärmens auf ungarischer Seite urplötzlich auf den Torraum hinab. Verletzt wurde niemand, auch Ungarns Torhüterin Melinda Szikora nicht. Zwar mit Verspätung, aber dennoch wurde die Partie in Trollhättan, rund 70 Kilometer nördlich von Göteborg, am Samstag noch angepfiffen. Ungarn gewann letztlich mit 28:27. Blickt man auf die turbulenten Vorbereitungen dieser Frauen-Europameisterschaft, die vom 03. bis 20. Dezember in Dänemark stattfindet, dann sind die Glassplitter höchstens noch eine kuriose Randnotiz. Denn die Corona-Pandemie erschütterte die Pläne der Organisatoren derart, dass bis zuletzt sogar die komplette Durchführung auf dem Spiel stand. Erst vergangene Woche Montag war schließlich endgültig klar, dass diese 14. EM der Frauen überhaupt wird stattfindet können.

Sportlich wird das Turnier für alle Beteiligten eine Reise ins Ungewisse. Ohne die gewohnt lautstarken und zahlreichen Zuschauer fällt der Heimvorteil weg – auch die Atmosphäre wird spürbar leiden. Zudem klagen die Top-Nationen wie Weltmeister Niederlande, Olympiasieger Russland oder Europameister Frankreich über zahlreiche Verletzte. Auf 14 Extra-Seiten blickt die HANDBALLWOCHE in der Ausgabe 49 auf die Europameisterschaft 2020 in Dänemark voraus!