SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel hoffen auf Fans

Leipzig hat das, was die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel gerne hätten: Handball-Fans in der Halle. Am Donnerstagabend (19 Uhr) darf der SC DHfK beim Versuch, dem Bundesliga-Tabellenführer aus Kiel ein Bein zu stellen, im Rahmen eines Modellprojekts 1000 Zuschauer begrüßen. In Flensburg bleibt die Arena beim Duell zwischen der SG und den Rhein-Neckar Löwen (noch) leer.

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Doch die Zuversicht wächst, dass die Ränge demnächst zumindest teilweise wieder gefüllt sein könnten. Die Inzidenz und die steigende Zahl der Geimpften geben Anlass dazu. „Es wäre jetzt die Gelegenheit, das guten Gewissens zu machen“, meint SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. Sein Pendant vom THW, Viktor Szilagyi, sagt:

 

Publikum nur im Modellprojekt möglich

Das sind leisere Töne als von Leipzigs Geschäftsführer Karsten Günther, der sich vergangene Woche in einer Brandrede über das anhaltende Verbot von Zuschauern aufregte. „Es kotzt mich an, (…) dass sich jeder nur noch hinter Paragraphen versteckt“, fluchte Günther – sein Worte zeigten offenbar Wirkung.

Derzeit könnte Publikum nur über ein Modellprojekt zugelassen werden – ähnlich wie in Leipzig, kommende Woche beim Final Four in Hamburg oder beim SC Magdeburg, der am 8. Juni gegen Kiel 1500 Fans begrüßen darf. Ministerpräsident Daniel Günther wird am Donnerstag jedoch über weitere Freiheiten informieren – auch bei öffentlichen Veranstaltungen. Inwiefern darunter auch Sportevents in der Halle fallen, ist unklar. In Flensburg forderte die Grünen-Ratsfraktion in einem Antrag, schon bald wieder Konzerte, Tanzveranstaltungen und Zuschauersport zuzulassen.

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Motivationsschub für die Mannschaft

„Wir sind es zwar nun gewohnt, ohne Zuschauer zu spielen, doch wir würden uns über jeden einzelnen Gast in der Halle freuen. Je schneller eine Rückkehr, desto besser“, sagt SG-Trainer Maik Machulla. Sein Team hatte zuletzt am 25. Oktober 700 Fans im Rücken, der THW am 18. Oktober. Das Derby gegen Flensburg sahen damals 2400 Menschen. „Für das Heimteam sind Zuschauer definitiv ein Wettbewerbsvorteil“, sagt Szilagyi. Der THW erlebte das vor kurzem beim Champions-League-Aus in Paris. „Da haben wir gesehen, was Publikum ausmacht.“

Es gehe bei dem Wunsch, Fans in der Halle zu haben, „nicht um einen wirtschaftlichen Bonus, sondern darum, der Mannschaft einen Motivationsschub zu geben. Wir sehnen uns nach Zuschauern“, so Szilagyi.

Der THW hat im spannenden Titelrennen noch drei Heimspiele: Gegen Essen (Sonntag), Göppingen (17. Juni) und Lemgo (noch kein Datum). Die SG läuft nach der Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen noch gegen Magdeburg (2. Juni), Hannover (6. Juni), Berlin (17. Juni) und Balingen (27. Juni) in eigener Halle auf.