Thomas Mogensen und Anders Eggert zurück in der Hölle Nord

Der deutsche amtierende Meister gegen den dänischen, die SG Flensburg-Handewitt gegen Skjern Håndbold in der Vorrunde der Champions League. Dieses spannende Duell erwartet die Handball-Fans am Sonntag, 4. November, um 18.15 Uhr.

Das Spiel könnte eng werden, die Form der SG war in dem Turnier bisher unbeständig, die Dänen präsentierten sich über weite Strecken gut. Im Spiel gegen den RK Celje gewann Skjern mit einem knappen 27:26, die Flensburger unterlagen den Slowenen mit 20:23. Gegen Nantes trumpfte die SG dagegen auf (31:34), während die Westjütländer mit 27:35 verloren.

 

Das Match wird emotional und das nicht nur, weil es die Champions League ist, sondern auch, weil zwei Legenden in die Hölle Nord zurückkehren, nur leider in grün-weiß und nicht in blau-weiß-rot: Thomas Mogensen und Anders Eggert haben ihre neue Handballheimat bei Skjern Håndbold gefunden.

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Thomas Mogensen, „Mister 100 Prozent“, hat die SG erst in der vergangenen Saison in Richtung Norden verlassen. Von 2007 bis Sommer 2018 stand er im Kader der Flensburger, ein Teil des Teams wollte der heute 35-Jährige allerdings bereits 1998 sein. Damals bewirbt sich der Däne um ein Schulpraktikum bei der SG Flensburg-Handewitt und erhält am Ende sogar die Zusage.

Neun Jahre später erhält der damals 24-jährige Mogensen einen Spieler-Vertrag in Flensburg. Zunächst ist er der zweite Mann auf der Spielmacher-Position hinter seinem späteren Trainer Ljubomir Vranjes.

Was folgen sind elf Jahre voller Einsatz, 526 Pflichtspiele und 1829 Tore. Seine letzte Saison in Flensburg war für ihn eine besondere. „Ich bin in die Saison gestartet mit der Motivation, einen guten Abschluss zu finden. Damit die Leute dann nicht sagen ‘Endlich geht der Alte’, sondern ‘Wir werden ihn vermissen’. Ich glaube, dass ich eine bessere Saison als die zuvor gespielt habe. Und darüber bin ich glücklich, denn dieser Verein steckt so tief in meinem Herzen“, sagte er in einem Interview, kurz bevor er die SG verlassen hat.

 

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Der Grund dafür, dass er sich eine neue handballerische Heimat gesucht habe, sei ganz einfach: „50, 60 Nächte weniger im Hotel und nicht jedes zweite Wochenende weg von zu Hause wegen 60 Minuten Handball. Diese Trennung kostet viel Energie, die mir dann als Handballer und auch als Familienvater fehlt.“ Wie viel Power er jetzt hat, kann er am Sonntag vor vertrauter Kulisse beweisen.

Beim dänischen Meister Skjern Håndbold traf Mogensen dann auf einen alten Bekannten aus Flensburger Zeiten, der bereits ein Jahr früher nach Westjütland wechselte: Anders Eggert. Der Linksaußen erzielte 2531 Treffer in 461 Partien. Auch der Ehrenkapitän wird sich wohl nie ganz von Flensburg-Handewitt losreißen können. „Die SG wird immer in meinem Herzen bleiben“, sagte er zum Abschied.

2006 war die „Nummer 7“ von GOG Svendborg TGI an die Förde gewechselt. Dort musste er sich jahrelang mit der SG-Legende Lars Christiansen um einen Platz auf der linken Außenbahn streiten und bekam kaum Spielzeit. Deshalb liehen ihn die Flensburger für die Saison 2008/09 an seinen heutigen Verein Skjern Håndbold aus.

Erst nach Christiansens Karriereende 2010 konnte der Linksaußen in Flensburg so richtig durchstarten. Gleich im ersten Jahr als Stammspieler wurde er mit 248 Toren Torschützenkönig der Bundesliga. In der letzten Saison hatte Eggert mit langwierigen Achillessehnenproblemen zu kämpfen, seinen Platz in der SG-Mannschaft nahm mehr und mehr der Schwede Hampus Wanne ein.

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Im Sommer 2016 gab Eggert dann bekannt, dass die Heimat ruft und er die SG in der Saison 2017 verlassen wird.

 

 

Am Sonntag kehren Eggert und Mogensen im grün-weißen Dress in die Hölle-Nord zurück und zeigen, was für einen Handball sie mit dem neuen Team spielen. Der Empfang der Fans wird wohl gewohnt herzlich und das Spiel gewohnt hart sein.