Aktuelle Ausgabe

  • Ein Novum: Die Olympischen Spiele werden verschoben

    Ein Novum bei den Olympischen Spielen: Wegen der weltweiten Corona-Krise wird aus Tokio 2020 nun Tokio 2021. Die Hintergründe, Reaktionen und Folgen dieser einmaligen Aktion sind vielschichtig und weitreichend – auch für den Handball. Eine Situationsanalyse. Bob Hanning versuchte der Situation etwas Positives abzugewinnen. Der Manager der Füchse Berlin sieht in der Verschiebung der Olympischen Spiele und den momentan ausgesetzten Qualifikationsturnieren im Handball keinen Nachteil für die Nationalmannschaft. „Rein inhaltlich ist es sogar ein Vorteil“, sagte der Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB) in einem Interview des NDR-Hörfunks vergangene Woche. Hannings Argumentation: Derzeit seien viele Stammspieler der Auswahl von Neu-Bundestrainer Alfred Gislason verletzt. Sie könnten nun die Zeit zur Genesung nutzen. Mit Paul Drux und Fabian Wiede gehören auch zwei Spieler der Füchse Berlin zu den Wackelkandidaten. Der DHB-Vize geht davon aus, dass das ursprünglich für den April in Berlin vorgesehene Qualifikationsturnier zu einem späteren Zeitpunkt mit einer unveränderten Besetzung gespielt wird. Deutschland würde mit Schweden, Slowenien und Algerien um zwei Startplätze für die Spiele in Tokio kämpfen. Die Verschiebung der Olympischen Spiele wegen der Corona-Pandemie stand für Hanning indes außer Frage: „Alles andere wäre nach außen nicht darstellbar gewesen.“ Vergangenen Dienstag hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschlossen, die Olympischen Spiele in Tokio ins nächste Jahr auf 2021 zu verschieben. Ein Novum. Nun aktivieren die Olympia-Macher einen beispiellosen Notfall-Plan. Nach der erstmaligen Verlegung des größten Sportfests der Welt sind nun sogar olympische Frühjahrsspiele ohne gemeinsames Athletendorf möglich. „Diese verschobenen Olympischen Spiele werden Opfer und Kompromisse von allen Beteiligten erfordern“, mahnte IOC-Präsident Thomas Bach.
  • #stayathome

    #stayathome heißt der neue Trend während der Corona-Krise: Die Profis der TSV Hannover-Burgdorf trainieren allein zu Hause und sind damit in der Liga dennoch in bester Gesellschaft. Die aktuelle sportliche Not macht auch bei der TSV Hannover-Burgdorf erfinderisch. Da derzeit alle gemeinschaftlichen Trainingsmöglichkeiten untersagt sind, haben die Recken-Spieler ihrer Kreativität was die individuellen Trainingsmöglichkeiten betrifft freien Lauf gelassen, damit die mühsam aufgebauten Muskeln nicht allzu schlaff werden. Das Beste aus der Corona-Krise machen – das gilt auch für den aktuellen Tabellenvierten der Handball-Bundesliga. Die vielleicht originellste Idee hat dabei wohl Recken-Torwart Domenico Ebner entwickelt. Dabei hat der Deutsch-Italiener seinen privaten Vorrat an Wasserkisten umfunktioniert. Aus je vier Kisten hat der Recken-Goalie zwei Türme gebaut. In der Mitte steht eine Schuhbank, auf die er sich rücklings legt und eine Hantel mit 75 Kilogramm in die Höhe stemmt. „Ich hatte Kontakt zu einem Fitnessstudio, habe mit die Hantel da abgeholt. Bei Amazon habe ich mir noch eine Bodenmatte bestellt“, erklärt Ebner die interessante Konstruktion seiner privaten „Muckibude“. „Ich muss mal überlegen, ob ich so eine Hantel auch privat mal zulege. Lesen Sie alle Details zur aktuellen Lage bei den Bundesligisten finden Sie  in der neuen Ausgabe der HANDBALLWOCHE Nr. 14 vom 31. März.
  • Ein enges Rennen

    Zweite Bundesliga: Wenn die Saison fortgesetzt wird, verspricht der Kampf um den Aufstieg sehr spannend zu werden. Die HANDBALLWOCHE analysiert die Chancen der betreffenden sechs Clubs. Die Corona-Krise hat den Handball weiter fest im Griff. Das gilt auch für die zweite Bundesliga. Die HBL hat bekanntlich den Spielbetrieb (vorerst) bis einschließlich zum 22. April ausgesetzt. Ob es allerdings danach weitergeht, ob und wie die Saison 2019/20 zu Ende gespielt wird, ob mit Zuschauern oder als „Geisterspiele“, diese Fragen vermag im Augenblick keiner so recht zu beantworten. Derzeit ruht jedenfalls bei allen Vereinen der Spiel- und Trainingsbetrieb – und die Verantwortlichen haben in diesen schwierigen Zeiten zweifellos andere Probleme und Sorgen, denn angesichts fehlender Einnahmen aus den restlichen Heimspielen und Sponsorengelder geht es für viele Vereine buchstäblich ums Überleben. Selbst HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann schließt angesichts der großen Herausforderungen nicht aus, „dass wir in der kommenden Saison Clubs verlieren werden“ (HW Nr. 13). Derzeit ist also Solidarität gefragt, wie es Franz Dressel, Geschäftsführer des Zweitligisten ASV Hamm, in einem offenen Brief zum Ausdruck brachte, wobei er sicherlich stellvertretend für fast alle Vereine die Sorgen und Nöte zum Ausdruck brachte: „Ohne Unterstützung von unseren Fans, Sponsoren und Geschäftspartnern ist diese Situation wahrscheinlich von keinem Verein zu bewältigen – auch nicht vom ASV Hamm-Westfalen.“ Unabhängig von den vielen ungeklärten Fragen hat die HANDBALLWOCHE einmal den spannenden Aufstiegskampf in der zweiten Liga analysiert, wobei schon jetzt feststehen dürfte, dass – sollten die restlichen zehn Spieltage tatsächlich noch angepfiffen werden – das ursprünglich für Samstag, 23. Mai, terminierte Saisonfinale nicht zu halten sein wird. Aber angesichts der verschobenen Olympischen Spiele in Japan auf das kommende Jahr haben die HBL-Planer etwas Zeit gewonnen – schließlich endet die Saison 2019/20 offiziell erst am 30. Juni.

SPORTFACHZEITSCHRIFT DES JAHRES